Pferde striegeln und einem Anfänger das Reiten beibringen, Wein verkosten oder das Gehölz an einem Flusslauf stutzen. Mit diesen Aufgaben kann man unter anderem beim Freistaat Bayern Geld verdienen. Doch nicht nur Pferdewirte, Winzer und Wasserbauern finden sich unter den aktuell 380.000 Beschäftigten des Freistaats – davon etwa 230.000 Beamte und 150.000 Angestellte. Neben Polizisten, Verwaltungsbeamten, Lehrern oder Richtern werden laut dem Karriereportal des Freistaats „sei-dabay“ auch Brandmeister, Chemielaboranten, Feinwerkmechaniker, Kaufleute für E-Commerce und Fachinformatiker gesucht. Als Chef von rund sechs Prozent aller Beschäftigten im Bundesland ist der Freistaat Bayern damit der größte Arbeitgeber. Zum Vergleich: Das Arbeitsmarktbarometer gibt für Oktober 2025 insgesamt 5.972.400 Beschäftigte in ganz Bayern an.
Wer den Einstieg als kleines Rädchen im großen Netzwerk wagen möchte, kann unterschiedliche Wege beschreiten: So kann man sich etwa für die Wunschausbildung oder ein duales Studium bewerben. Auch Quereinsteiger mit abgeschlossenem Studium oder Berufsabschluss sind willkommen. Und auch ein Praktikum kann Dosenöffner für die Karriere beim Freistaat sein. Wer, beziehungsweise was gerade gesucht wird, findet sich ebenfalls auf dem Karriereportal. Die Bezahlung ist für alle einheitlich geregelt, egal ob männlich, weiblich oder divers. Bei den Angestellten richtet sie sich nach den aktuellen Tarifverträgen, bei den Beamten nach den vom Gesetzgeber beschlossenen gesetzlichen Grundlagen.
Dennoch können Arbeitnehmer privater Wirtschaftsunternehmen derzeit in vielen Branchen wegen des vorherrschenden Fachkräftemangels mit etwas Verhandlungsgeschick mitunter Gehälter aushandeln, die über die Leistungen des Freistaats hinausgehen. Auch wird der kreative Handlungsspielraum aufgrund gesetzlicher Regelungen gerade in Verwaltung und Justiz von manchen Mitarbeitenden als eher einschränkend beschrieben: „Zu viel Bürokratie“, „kaum persönliches Ermessen möglich, da die gesetzlichen Vorgaben keine Kulanz bei der Betreuung der Antragsteller zulassen.“ Eine freiwillige Rückkehr vom Beamtentum in die Privatwirtschaft will zudem wohl überlegt sein, da diese mit dem Verlust von Pensionsansprüchen einhergeht und die Zeit im Beamtenverhältnis in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert wird, was wiederum zu einer geringeren Sicherungsleistung im Alter führt.
In allen Bereichen des Lebens spielt die Inklusion eine immer größere Rolle. Das beginnt schon beim gemeinsamen Lernen in den kindlichen Bildungseinrichtungen. Und auch auf dem Arbeitsmarkt wurde das enorme Potenzial von Arbeitnehmern mit Behinderung erkannt. So verzeichnete der Bericht „Wirtschaft inklusiv“ der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) bereits im Juni 2024 eine Steigerung des Anteils dieser Arbeitnehmergruppe um fast 35 Prozent binnen zehn Jahren bei privaten Wirtschaftsunternehmen. Der Freistaat Bayern geht hier seit Jahrzehnten mit gutem Beispiel voran, so sind derzeit knapp 12 Prozent (rund 15.700) aller Beschäftigten des Freistaats schwerbehindert.