Ostbayern hebt sich durch ein solides Wachstum bei der Beschäftigungsentwicklung bayernweit ab – das ist das Ergebnis des Arbeitsmarktradars 2025. Demnach ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim von 2018 bis 2023 um 6,8 Prozent von 486.000 auf 519.000 gestiegen und auch in Zukunft wird ein stetiger Anstieg erwartet. Besonders die Zuwanderung und die Arbeitsmarktintegration ausländischer Personen tragen hierzu bei. Darüber hinaus rechnen die Arbeitsmarktexperten mit einer steigenden Erwerbsbeteiligung Älterer sowie der fortgesetzten Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt.
Gleichzeitig steigt die Zahl der Renteneintritte in den nächsten Jahren weiter an, so dass die demografische Entwicklung den Beschäftigungsaufbau spürbar abbremst. Bereits 2023 fehlten im IHK-Bezirk Oberpfalz-Kelheim rund 23.000 Arbeitskräfte. Am stärksten betroffen ist dabei die Handelsbranche, die laut aktuellen Prognosen mit etwa 1.600 Leerstellen rechnen muss. Auch die Zahl an Büro- und Sekretariatskräften sowie an Fachkräften für Lagerwirtschaft nimmt immer weiter ab. Außerdem verzeichnet die Qualifizierungsstufe „Fachkräfte“ mit einer Lücke von 14.000 Beschäftigten den mit Abstand höchsten Bedarf an Arbeitskräften. Im Vergleich dazu fehlten 2023 rund 4.000 Spezialisten und 5.000 Experten.
Die regionalen Unternehmen brauchen junge Talente, die sie langfristig gewinnen und halten können. Es sind neue Recruiting- und Bindungsstrategien nötig, damit ein Unternehmen auch in Zukunft als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Denn die Generationen Y, Z und Alpha bringen neue Erwartungen an den Arbeitsmarkt mit: Flexibilität, Sinnhaftigkeit und digitale Prozesse stehen im Fokus. Flexible Arbeitsmodelle, flache Hierarchien und eine ausgewogene Work-Life-Balance gewinnen an Bedeutung. Auch der Wunsch nach Sinnhaftigkeit und Selbstverwirklichung sowie digitale Affinität spielen eine große Rolle. Nicht zuletzt zeichnet sich die Generation Alpha, sprich Personen im Alter von 15 Jahren und jünger, durch ein hohes Interesse an Technologien und innovativen Arbeitsformen aus. Sie freuen sich auf personalisierte Karrierewege und die Möglichkeit interaktiver Lernstrategien. Zentrale Themen wie Diversität, Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung sind ihnen besonders wichtig.
Um die junge Zielgruppe erfolgreich anzusprechen, reicht eine klassische Stellenausschreibung nicht mehr aus. Unternehmen müssen proaktiv und kreativ vorgehen, um den Nachwuchs von sich zu überzeugen. Recruiting über Social Media via LinkedIn, Instagram und TikTok sowie Karriereseiten mit interaktiven Elementen und authentischen Einblicken sind gefragt. Schnelle, digitale Bewerbungsmöglichkeiten sowie virtuelle Vorstellungsgespräche steigern die Attraktivität des Arbeitgebers. Außerdem entsprechen Homeoffice-Optionen, Gleitzeit, Jobsharing aber auch Sabbaticals, Workation-Modelle und Gesundheitsangebote dem Wunsch der jungen Generationen nach Freizeit und Flexibilität. Auf der anderen Seite werden regelmäßige, konstruktive Rückmeldungen sowie eine ausgeprägte Feedback- und Entwicklungskultur erwartet. Um Frustration zu vermeiden und das Fundament für eine stabile Mitarbeiterbindung gleich von Beginn an zu schaffen, kann ein strukturierter und zugewandter Onboarding-Prozess helfen. Dieser kann beispielsweise durch eine interaktive Einführung mit Peer-Mentoring und Buddy-Programmen sowie eine klare Erwartungskommunikation und Einbindung in die Unternehmenskultur gewährleistet werden.