Bereits 1979 entschlossen sich 15 Gebietskörperschaften, einen gemeinsamen Zweckverband zur Beseitigung des Restmülls zu gründen und hierfür ein Müllkraftwerk sowie ein Ferntransportsystem zu errichten: Es entstand damals der „Zweckverband Müllkraftwerk Schwandorf”.
Die Gründe für diese Entscheidung waren der Wunsch nach einer zukunftsorientierten, umweltschonenden und gleichzeitig wirtschaftlichen Erfüllung der gesetzlichen Abfallbeseitigungspflicht sowie die Absicht, die dadurch im Müllkraftwerk erzeugte Energie möglichst effizient zu nutzen. Das Entsorgungsgebiet des Zweckverbandes Müllverwertung Schwandorf (ZMS) umfasst heute mit 17 Verbandsmitgliedern rund ein Fünftel der Fläche Bayerns. Durch das Müllkraftwerk Schwandorf wird aktuell der Restmüll von 1.89 Millionen Bürgerinnen und Bürgern entsorgt.
ZMS betreibt in seinem Verbandsgebiet neun Müllumladestationen; hier wird der Müll auf ein Viertel seines ursprünglichen Volumens verdichtet und umweltfreundlich per Bahntransport zum Müllkraftwerk nach Schwandorf gebracht.
In Zeiten immer knapper werdender Rohstoffe leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz der natürlichen Ressourcen für nachfolgende Generationen. Die bei der thermischen Behandlung des Abfalls im Müllkraftwerk Schwandorf im Jahr 2024 freiwerdende Energie substituiert rund 110 Millionen Liter Heizöl. Umweltschutz wird bei ZMS „groß“ geschrieben: Unsere hochmoderne Rauchgasreinigungsanlage sorgt dafür, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern teilweise um ein Vielfaches unterschritten werden.
Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) ist nicht nur ein zentraler Akteur in der Abfallverwertung und Energieversorgung, sondern auch ein bedeutender Arbeitgeber und Ausbilder in der Region. Von den insgesamt 253 Beschäftigten sind rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt im Raum Schwandorf tätig. Weitere Beschäftigte arbeiten an Müllumladestationen im Verbandsgebiet. Darüber hinaus hängen etwa 200 Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen im Landkreis Schwandorf vom Betrieb des Müllkraftwerks ab. Ein besonders enger Zusammenhang besteht mit der Firma Nabaltec, deren rund 500 Arbeitsplätze durch die Versorgung mit Prozessdampf und Strom aus dem Müllkraftwerk wesentlich abgesichert werden. Somit zählt der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf zu den wichtigsten Wirtschafsunternehmen in Schwandorf. ZMS bildet seit vielen Jahren kontinuierlich in technischen Berufen aus. Aktuell sind 18 Nachwuchskräfte bei ZMS in Ausbildung – vornehmlich in den Berufsbildern „Elektroniker für Betriebstechnik“ sowie „Industriemechaniker Fachrichtung Instandhaltung“. Damit leistet der Verband einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.
Mit dem umfassenden Modernisierungsprojekt „Triphönix“, das den Rückbau der Ofenlinien 1-3 und den Neubau von zwei leistungsfähigeren Kesseln vorsieht, investiert der Zweckverband in die langfristige Zukunft des Müllkraftwerks Schwandorf. Ziel ist die technische Erneuerung und ökologische Weiterentwicklung der Anlage bei gleichzeitiger Sicherung der Entsorgungskapazitäten im Verbandsgebiet. Das Projekt, das bereits 2021 an den Start ging, wird voraussichtlich bis 2031 abgeschlossen sein.