Sterneregen im Bayerischen Wald

Von Michelin ausgezeichnete Restaurants sind ein Tourismusmagnet

von Dr. Marina Jung

Sterneregen
Voraussetzung für das Erlangen der begehrten Sterne sind beste Zutaten, ausgeprägte Aromen und das besondere handwerkliche Können der Küchenchefs. Sie zaubern mit ihrer Küchencrew originelle Gerichte und setzen diese raffiniert und gekonnt in Szene.

Ein Michelin-Stern ist einen Stopp wert, zwei einen Umweg und drei eine Reise, heißt es in den Bewertungskriterien des berühmten Hotel- und Reiseführers. In Ostbayern haben insgesamt 16 Spitzenrestaurants unter anderem mit französischer Haute Cuisine, High-End-Sushi und Soulfood par excellence 18 der begehrten Michelin-Sterne gesammelt, acht Gourmetstuben allein im Bayerischen Wald. Mit positiver Wirkung, wie der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA mitteilt. So werte die Sterneküche das Image Ostbayerns deutlich auf und motiviere andere Betriebe zu höheren Standards und innovativen Konzepten. Die Sterneküche habe eine Art Leuchtturmfunktion, stehe für Prestige, Qualität, Kreativität und Regionalität. Neben den positiven Impulsen für Landwirtschaft, Manufakturen, Jagd und Fischerei, fördert die Sterneküche auch den Tourismus: Einen Besuch im Sternerestaurant verbinden viele Gäste mit Kurz- oder Wellnessaufenthalten und Ausflügen. Für eine kontinuierliche Grundauslastung der Gourmettempel sorgen die Gäste aus der Umgebung, die einen Besuch zu besonderen Anlässen planen, so die DEHOGA.

Eine kulinarische Krone

Der Tourismusverband Ostbayern sieht die Sterneküche ebenfalls als Aushängeschild für die positive Entwicklung und den Imagewandel der Region. Er betont deren Rolle als Magnet für Besucher mit hoher Kaufkraft. Während die Landgasthöfe ihre Gäste mit bodenständigen Klassikern wie Bauernente, Lammbraten und Apfelküchl verwöhnen, würden die acht Sterneköche dem Bayerischen Wald die kulinarische Krone aufsetzen. Dies bestätigt auch Werner Dietrich, Leiter des Tourismusamts Neunburg vorm Wald. Hier liegt der mit zwei Sternen prämierte Eisvogel. Seit der Auszeichnung kämen spürbar andere Leute mit hohen kulinarischen Ansprüchen.

Auch Andreas Oswald vom Landromantik Hotel Oswald in Teisnach ist davon überzeugt, dass die Sterne Gäste in den Bayerischen Wald holen, die sonst nicht kommen würden. „Der Bayerische Wald ist keine Luxusdestination wie der Tegernsee“, sagt er. Das Angebot von 2-Sterne-Restaurants in Deutschland sei geringer als die 1-Sterne-Auswahl – und noch weniger mit einem Wellness-Hotel. Das erhöhe die Auslastung des Restaurants nochmal deutlich.

Zwei mal zwei Sterne

Das Restaurant Eisvogel in Neunburg vorm Wald besitzt seinen ersten Stern seit 2019, gleich im Folgejahr kam noch ein weiterer dazu. Für seine filigranen Kreationen vereint Küchenchef Sebastian Oberndorfer regionale Produkte mit Aromen aus der ganzen Welt, vornehmlich aus der japanischen Küche. Egal, ob handgetauchte Jakobsmuschel, Wagyu-Salami, Steinbutt aus der Bretagne oder Fenchelpollen, bei allen Speisen gilt die Goldene Regel: „Ein Gericht muss uns dreimal begeistern, erst dann kommt es auf die Karte.“ Was diese sonst noch an exklusiven Gerichten und feinsten Weinen führt, erleben Gäste im modern-eleganten Ambiente des Restaurants Eisvogel. Seit vergangenem Jahr freut sich auch Küchenchef Thomas Gerber über den doppelten Sterneregen. Dabei besitzt Oswalds Gourmetstube in Teisnach bereits seit über zehn Jahren einen der begehrten Michelin-Sterne. Thomas Gerber und Team servieren in fünf bis acht Gängen kleine, französisch-moderne Schätze voll Spannung und Harmonie, mit Geschmäckern, die über den ganzen Globus verteilt beheimatet sind. Mit höchster Präzision kommen die zu kleinen Kunstwerken drapierten Kompositionen an den Tisch. Erlesene Weine und ein aufmerksamer Service komplettieren das Genusserlebnis laut Guide Michelin.

 

Restaurants mit einem Stern im Bayerwald

  • Das Sternerestaurant Leos by Stephan Brandl in Bad Kötzting trägt seinen Stern seit 2017. Gäste aus nah und fern sind verzaubert von der französischen Cuisine und der gemütlichen Atmosphäre.
  • Den Geschmack des Bayerwaldes in erdigen, getreidigen und süßen Noten bringt Küchenchef Michael Simon Reis mit viel Liebe auf die Teller des Restaurants Johanns in Waldkirchen. Seine Intention: Emotionen wecken und lange im Gedächtnis bleiben.
  • Zehn Jahre Michelin-Stern feiert das Buchner Welchenberg in Niederwinkling: Basierend auf der französischen Küche besticht Mathias Achatz mit Einflüssen aus Japan und Bayern.
  • Etwas ab vom Schuss betreibt Michael Ammon seit Juli 2016 in Perasdorf das Jakob. Die Menüs „Inspiration“ und „Klassik“ bieten eine qualitativ hochwertige und klassisch-moderne gehobene Küche mit auf Wunsch erstklassiger Weinbegleitung.
  • Das edl.eins hoch über den Dächern Deggendorfs steht für Leichtigkeit. Der Fokus von Küchenchef Nicolas La Rocca liegt auf edlen Grundprodukten, aus denen er einzigartige französischen Gaumenfreuden kreiert.
  • Im Gourmetrestaurant Schwingshackl Esskultur in Bernried gibt ein Südtiroler den Ton an. Erich Schwingshackl serviert klar verständliche Gerichte ohne Spielereien, bei denen die Komposition aller Geschmackskomponenten ein harmonisches Ganzes ergibt.

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